Im Sommer 2002 hat die Hartz-Kommission weitreichende Vorschläge zur Reform des Arbeitsmarktes verkündet. Die darauf folgenden vier Gesetzespakete, Hartz I bis IV, waren das Herzstück der Agenda 2010 von Ex-Bundeskanzler Schröder. Versprochen haben SPD und Grüne eine Halbierung der Arbeitslosigkeit bis 2005 durch zwei Millionen neue Arbeitsplätze für Erwerbslose. Als neue Leitidee wurde ausgegeben: „Eigenaktivität auslösen – Sicherheit einlösen“. Erreicht haben sie, dass Millionen Menschen verarmt sind und Arbeit keine Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum mehr garantiert.
Denn die Hartz-Gesetze setzen auf Niedriglöhne und prekäre Beschäftigung, um die Arbeitslosigkeit zu verringern. Sie fördern Ein-Euro-Jobs, Leiharbeit und Minijobs. Sie kommen einem Kahlschlag in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik gleich. Von Sicherheit einlösen keine Spur: Der Zugang zu und die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes wurden verschlechtert, die Arbeitslosenhilfe abgeschafft. Erwerbslose werden durch Sanktionen und Leistungskürzungen gezwungen, jede Arbeit zu noch so schlechten Bedingungen anzunehmen.
Hartz IV steht für die neu eingeführte Fürsorgeleistung Arbeitslosengeld II, die sowohl die Arbeitslosenhilfe als auch die Sozialhilfe für erwerbsfähige Personen ersetzt hat. Hartz IV ist Armut per Gesetz. Momentan erhalten Hartz IV-Leistungsberechtigte einen Regelsatz von monatlich 382 Euro plus Kosten der Unterkunft und Heizung. Je nach Familienstatus oder Alter werden geringere Regelsätze gewährt. Im reichen Deutschland müssen sich damit rund sieben Millionen Menschen begnügen.
Das Motto der Hartz-Gesetze „Fördern und Fordern“ ist nur sehr einseitig umgesetzt worden. Fordern ja: Eine Million neu verhängte Sanktionen pro Jahr sprechen eine deutliche Sprache. Fördern dagegen: Fehlanzeige! Die berufliche Weiterbildung wurde massiv zurückgefahren. Akzeptable Formen der öffentlich geförderten Beschäftigung sind abgeschafft; öffentlich geförderte Beschäftigung ist dazu verkommen, Erwerbslose in billige und perspektivlose Ein-Euro-Jobs oder Bürgerarbeit abzuschieben.
Die Fraktion DIE LINKE will die Logik der Hartz-Gesetze brechen und setzt sich für eine grundlegend andere Arbeitsmarktpolitik ein. Erste Schritte sind:
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