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Arbeit, Gute

Was ist Gute Arbeit? Auf diese Frage antworten die meisten Menschen: Meine Arbeit soll sicher sein und anständig entlohnt werden. Sie soll meiner Gesundheit nicht schaden. Ich möchte mitbestimmen können. Arbeit ist gut, wenn ich auch genügend Zeit für meine Freunde und Familie habe.

Gemessen an diesen Standards sieht die Realität meist anders aus. Die Unternehmen bieten oft nur unsichere oder schlecht bezahlte Arbeit an. Von Anfang der 1990er Jahre bis 2010 ist der Anteil der prekär Beschäftigten an allen Arbeitsverhältnissen von damals 20 Prozent auf heute mehr als ein Drittel angestiegen. Prekär bedeutet: Leiharbeit, Minijobs, Befristungen und meistens auch Teilzeitarbeit. Normale unbefristete Vollzeitstellen werden immer weniger.

Allzu häufig macht Arbeit krank. Gründe hierfür sind zu hohe körperliche und psychische Belastungen, nicht zuletzt auch zu lange und wenig planbare Arbeitszeiten. Nur jeder zweite Beschäftigte geht davon aus, seine Arbeit bis zum Rentenalter ausüben zu können. Jeder Dritte hat daran sogar erhebliche Zweifel.

Die Regierungen Schröder und Merkel haben dafür gesorgt, dass schlecht bezahlte und unsichere Arbeit sich ausbreitet und gute Arbeit immer seltener wird. Ihre Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik folgt dem Motto „besser irgendein Job als gar keiner“. SPD und Grüne haben in Regierungsverantwortung Leiharbeit und Minijobs erleichtert und Harzt IV eingeführt. Auch die jetzige schwarz-gelbe Regierung setzt weiter auf niedrige Löhne und prekäre Beschäftigung: Die Minijobgrenze wurde angehoben. Bei der Leiharbeit und Befristungen ebenso wie beim Mindestlohn glänzte sie durch Untätigkeit.

Politisches Handeln muss sich am Leitbild Guter Arbeit orientieren. Statt prekärer oder gesundheitsschädlicher Beschäftigung sind mehr gut entlohnte und alternsgerechte Arbeitsplätze notwendig. Die Fraktion DIE LINKE fordert als erste Schritte hin zu mehr Guter Arbeit:

  • Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 10 Euro pro Stunde.
  • In der Leiharbeit muss sofort das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ zuzüglich einer Flexibilitätsvergütung ab dem ersten Einsatztag gelten. Langfristig muss Leiharbeit verboten werden.
  • Minijobs sind sozialversicherungspflichtiger Arbeit gleichzustellen. Jede Stunde Arbeit soll voll sozialversicherungs- und steuerpflichtig sein.
  • Die gesetzlich zulässige Höchstarbeitszeit muss in einem ersten Schritt von 48 Stunden pro Woche auf 40 Stunden reduziert werden. Die Arbeitszeit muss sich mehr an den Wünschen der Beschäftigten und weniger an den Ansprüchen der Unternehmen ausrichten.
  • Psychische Belastungen müssen verringert und die Arbeit alternsgerecht gestaltet werden. In diesem Sinne muss der Arbeits- und Gesundheitsschutz verbessert und um eine Anti-Stress-Verordnung ergänzt werden.
  • Hartz IV muss durch eine sanktionsfreie soziale Mindestsicherung ersetzt werden. Gleichzeitig müssen die Zumutbarkeitskriterien in der Arbeitslosenversicherung geändert werden – Löhne unterhalb von 10 Euro, Leiharbeit und Minijobs gelten nicht mehr als zumutbar und die Qualifikation muss ebenso wie die vorherige Lohnhöhe wieder berücksichtigt werden.
  • Für Menschen mit Behinderungen ist ein beschäftigungspolitisches Rahmenprogramm aufzulegen, das dem Grundsatz folgt, so wenig Sonderarbeitswelten wie möglich so regulär wie möglich auszugestalten und schrittweise Rahmenbedingungen für eine inklusive Arbeitswelt für alle Beschäftigten zu schaffen.

 

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